Guruji portrait (c) Jake ClennellAlle Asanas haben eine wunderschöne Form, Anmut und Eleganz. Sie spenden Kraft und machen den Übenden hart wie einen Diamanten, jedoch auch weich wie eine Blume.

Um den Geist mit der Seele zu vereinen, muss die Basis, der Körper, erhalten werden.

B.K.S. Iyengar

 

Bellur Krishnamachar Sundaraj (B.K.S.) Iyengar, einer der bedeutendsten und einflussreichsten Lehrer des Yoga, ist am 20.08.2014 in seiner Heimatstadt Pune/Indien, nach kurzer Krankheit gestorben. Er wurde 95 Jahre alt. Sein Buch „Licht auf Yoga“ dokumentiert seine tiefgründige Asana-und Pranayamapraxis. Das Werk gilt als Meilenstein in der Popularisierung von Yoga und trägt noch heute zu dessen Verbreitung bei. Es folgten andere Werke ( „Baum des Yoga“, „Licht auf Pranayama“, „Licht auf die Yoga Sutras von Patanjali“ u.v.m.), die seinen Ruf als Yoga-Übender, als Yoga-Pädagoge und als spiritueller Meister untermauern. Prominente Schüler wie Esoteriker J. Krishnamurti und Musiker Yehundi Menuhin machten ihn schon in den 50er und 60er des vergangenen Jahrhunderts allgemein in Indien und im Westen bekannt. Mit der Zeit haben tausende seine Lehre aus erster Hand erfahren und zusammen mit ihm, dies als „Iyengar-Yoga“ auf der ganzen Welt etabliert. In den letzten Jahren bekam B.K.S. Iyengar für sein Lebenswerk allgemeine Anerkennung  (Time Magazine - Einer der 100 einflussreichsten Menschen der Welt // den Padma Vibhushan – der zweithöchste Zivilorden Indiens).

Mr. Iyengars Weg zum Yoga führte über Krankheit und Verzweiflung. Mit 14 Jahren sehr schwach und wegen diverser Leiden angeschlagen, kam er zu seinem Schwager Sri.T. Krishnamachar. Dieser hat für die fürstliche Familie in Mysore, in deren Palast, eine Yogaschule geführt. Iyengar sollte mit Yogahaltungen seine Gesundheit verbessern, was über mehrere Jahre nach und nach geschah. Mit 18 Jahren bekam Iyengar den Auftrag, an einer Mädchenschule in Pune zu unterrichten.  Ab da auf sich selbst gestellt, machte er sich nach anfänglichen Schwierigkeiten, langsam einen Namen. Er selbst berichtete von mehr als 10.000 dreistündigen Yoga-Vorführungen, die er im Laufe seiner Karriere veranstaltete.

Mr. Iyengar heiratete 1943 Ramamani, die 1973 verstarb. Sechs Kinder kamen zur Welt, fünf Töchter und ein Sohn. Die älteste Tochter Geeta und der Sohn Prashant haben in frühen Jahren die Aufgabe angenommen, sich in Yoga zu vertiefen und sind längst ihrerseits anerkannte Yoga- Meister. Sie leiten seit geraumer Zeit, das im Jahr 1975 gegründete Ramamani Iyengar Memorial Intitut in Pune und erfahren jetzt Unterstützung aus der nächsten Generation von Enkelin Abhijata Sridhar-Iyengar, die sich ebenfalls zu einer Autorität im Iyengar Yoga entwickelt hat.

Was sind Merkmale im Iyenga-Yoga und worum ging es Guruji Iyengar in seiner Praxis? (z.T. Zitate):

  • Die richtige Ausrichtung des Körpers und die Entwicklung von Körperbewusstsein.“ Den Geist zu bändigen ohne vorher einen Griff auf den eigenen Körper zu bekommen wäre ein hoffnungsloses Unterfangen.“
  • Erkenntnis über die Verbindungen im Körper wie z.B.  dass die Festigkeit, die Durchlässigkeit und die Erdung der Beine die Wirbelsäule entlasten und dadurch den Energiefluss verbessert wird.
  • Betonung auf den inneren Impuls im Asana (also die Aktion in der Statik), nicht auf Bewegungsabfolgen (flow).“ Im Verweilen in einer Haltung, kommen wir an den Punkt, wo der Geist als Brücke zwischen den Muskelbewegungen und den Sinnesorganen in Erscheinung tritt, den Intellekt herbeiruft und diesen mit jedem Teil des Körpers verbindet.“
  • Verwendung von Hilfsmitteln in der Praxis, um Schwierigkeiten auszugleichen und um ein längeres  Verweilen zu ermöglichen.  Dadurch dringen die Wohltaten der Praxis tiefer in die organische und mentale Ebene ein.
  • „Yoga ist für jeden.“  Mr. Iyengar hat immer nach Wegen gesucht, den Menschen mit ihren unterschiedlichen Konstitutionen und Ihren unterschiedlichen Lebenssituationen, die passende Yogapraxis zu ermöglichen. Daher gibt es verschiedene Möglichkeiten:
    dynamisch, stabilisierende Praxis (normal) / - „Jumpings“ Sprünge, Surya Namaskar und Flow, erzeugt Hitze und  bringt Ausdauer / - für Frauen: Schwangerschaft, Menopause und Menstruationspraxis /  - regenerative Praxis, das sind gestützte und langgehaltene, öffnende und erdende Haltungen /  - „Medical class“ Programme für Kranke, Verletzte und Leidende (auch teilweise schulmedizinisch dokumentiert).

B.K.S. Iyengar hat sich über 80 Jahre für die Weitergabe von Yoga und den yogischen Werten eingesetzt.  Einsichten aus den klassischen indischen Werken (Bhagavad Gita, Upanischaden, Hatha-Yoga-Pradipika und insbesondere Patanjali Yoga Sutra)  hielt er stets im Hintergrund beim Unterrichten bereit und setzte sie als Anregungen für seine Schüler ein. Seine Reflektionen zu den Yoga Sutras (Urquell des Yoga), sind ein wichtiger Beitrag, zu dem Verständnis  von Asana als einheitliches Körper-Geist-Seele-Erlebnis.  Als er in späteren Jahren zu bescheidenem Wohlstand kam, förderte er freigiebig den Aufbau seines Heimatdorfes Bellure.

In der letzten Phase seines Lebens zeigte er sich mit seinem Erfolg zufrieden. Seine Arbeit hatte er getan. Er wünschte sich, dass wir uns stets wachsam, ernsthaft und demütig  in die Praxis begeben, denn die Körpererfahrung ist das Substrat, in dem unsere emotionale und spirituelle Entwicklung stattfände. 

Mehr über B.K.S. Iyengar unter www.iyengar-yoga-deutschland.de

Einen lesenswerten Artikel zu B.K.S. Iyengar finden Sie im Magazin der Süddeutschen Zeitung

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